Schifffahrt internationel

Fair übers Meer

Christiane Sengebusch

„Fair trade“ ist längst zum Schlagwort geworden. Zum fairen Handel gehört aber  auch der faire Transport. Für die Seemannsmission heißt das: Fair übers Meer.  Eine Aufgabenstellung, mit der sie sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig beschäftigen will.

Ohne jedweden Transport, gelangt kein Stück Ware auf den Markt. Der Transport ist damit eine Grundvoraussetzung für den Handel. „Wir erörtern schon seit Langem die Frage, was fairer Transport der Ware über See bedeutet. Und wir kamen immer wieder zu dem Ergebnis, dass vor allem die Besatzungen auf den Schiffen unter fairen Bedingungen beschäftigt werden müssen“, sagt Folkert Janssen, Leiter der DSM Rostock. Er war maßgeblich an der Erarbeitung des Jahresmottos „Fair übers Meer“ beteiligt.

An diesem Ziel wird allerdings schon seit Jahren gearbeitet. 2006 brachte die UNO-Unterorganisation ILO (Internationale Arbeitsorganisation) das Seearbeitsübereinkommen „Maritime Labours Convention“ auf den Weg. Es dauerte allerdings sieben Jahre, bis die Konvention ratifiziert war. In einem öffentlichen Forum beim Kirchentag 2013 in Hamburg wurde sie mit dem Präsidenten des Verbandes Deutscher Reeder, einem Mitglied der Geschäftsleitung der Textil- und Warenhauskette Kik, Gewerkschaftsvertretern und Politikern sowie der Generalsekretärin der DSM diskutiert. Am Ende der kontrovers geführten Debatte waren sich immerhin alle darin einig, dass „Fair übers Meer“ ein gerechtfertigtes Anliegen ist, an dessen Realisierung weitergearbeitet werden muss.

Die 2013 in Kraft gesetzte Maritime Labours Convention ist ein Grundrechtekatalog der Wohlfahrt für alle Besatzungen, egal unter welcher Flagge sie beschäftigt sind. In dieser Konvention werden viele Parameter als Mindeststandards für die Menschen an Bord verbindlich geregelt, als da sind:
- Mindestanforderungen für die Arbeit von Seeleuten auf Schiffen,
- Unterkunft, Freizeiteinrichtungen, Verpflegung und Bedienung,
- Gesundheitsschutz, medizinische und soziale Betreuung sowie Schutz der sozialen Sicherheit.

Die Einhaltung dieser Konvention wird von den Hafenstaatskontrollen geprüft und gegebenenfalls sanktioniert.

Trotzdem sind auch im Jahr 2019 noch viele Missstände zu beklagen. Zwei Beispiele: Manchen Seeleuten werden nicht einmal die Heimatheuern bezahlt.  Die Einkommen des Servicepersonals auf Kreuzfahrtschiffen sind vielfach so niedrig, dass es auf die Trinkgelder der Passagiere angewiesen ist.

Hier gilt es nach Meinung der Seemannsmission, zu Tarifvereinbarungen zu kommen, die ein Einkommen über die Heimatheuern hinaus festschreiben und die Trinkgelder als Faktor für ein Grundeinkommen ausschließen. Janssen: „Es muss unsere Aufgabe sein, die Internationale Transport Arbeiter Föderation (ITF) in ihrem Ringen um eine Verbesserung der Heuersituation nachhaltig zu unterstützen.“

Um zu besseren Arbeitsbedingungen zu kommen, regt die Seemannsmission an, über die Einführung eines Siegels „Fair übers Meer“ nachzudenken. Ihr Vorschlag:  Standards festzulegen. Schiffseignern oder Schiffsbetreibergesellschaften, die diese Standards erfüllen, dann als Anreiz dieses Siegel zu verleihen. Unabhängige Jurys sollten darüber entscheiden, wer es bekommt.
 

 

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